Präventionstag 2017

Kategorie: Aus dem Schulleben Veröffentlicht: Sonntag, 30. April 2017 Geschrieben von Super User

Das Thema „Sucht“ begleitet die Menschheit von Anbeginn an. Jede Kultur hat und hatte ihre Genussmittel oder Genussformen. Aber Menschen können süchtig werden und so wird aus Genuss leider manchmal Verdruss. Die Worte „Sucht“ und „suchen“ liegen nahe beieinander und häufig verbirgt sich hinter der Sucht eines Menschen eine oft unbewusste Suche oder gar Sehnsucht nach etwas.

Vor allem Jugendliche sind auf der Suche. Sie merken, wie sich entwicklungsbedingt alles in ihrem Leben ändert. Sie suchen nach Identität und merken nur allzu oft, dass sie zwischen Kind- und Erwachsensein stecken, was zu Konflikten mit der Innen- und Außenwelt sowie großer Unsicherheit führt. In dieser Phase sind sie extrem gefährdet Suchtproblematiken, aber auch aggressive Verhaltensmuster zu entwickeln, die sie in ungünstigen Fällen leider lebenslang begleiten können.

Gerade in der heutigen Zeit sind Heranwachsende zahlreichen Verführungen jeglicher Art ausgesetzt. Zum altbekannten Missbrauch legaler und illegaler Substanzen haben sich in den letzten Jahren noch viele neue Erscheinungsformen mit Suchtpotenzial, wie beispielsweise Onlinespiele hinzugesellt.

Zunächst sind meist Eltern und Lehrer mit süchtigen oder suchtgefährdeten Jugendlichen konfrontiert. Es wäre jedoch ein gesellschaftliches Armutszeugnis, wenn man Familien und Schulen mit der Thematik alleine ließe und so hat sich in den letzten Jahren ein vielfältiges Präventionsangebot von verschiedenen Seiten herausgebildet.

Schulleitung, Lehrerkollegium und Eltern des Bildungszentrums Bretzfeld war es ein großes Anliegen, dieses Angebot anzunehmen.

Dank der Präventionsbeauftragten des Bildungszentrums, Maren Matter, und der Schulsozialpädagogin, Katja Feucht, wurde am 4. April 2017 am BZB ein Präventionstag für alle siebten Klassen durchgeführt, an dem aufgrund der gelungenen Planung der Verantwortlichen, sämtliche Präventionsangebote des Landkreises gebündelt werden konnten.

Heutige Präventionsarbeit will vor allem Sucht und Gewalt verhindern. Die Schülerinnen und Schüler sollen selbstbewusst werden und lernen, mit sich und den Unbillen des Lebens zurecht zu kommen, ohne dabei auf Suchtmittel oder Gewalt zurückzugreifen. Süchte und aggressive Verhaltensmuster sollen also bereits im Vorfeld bekämpft werden und nicht nur dann, wenn sie sich bereits manifestiert haben, denn wenn Intervention nötig wird, ist es leider oft zu spät.

Bei den Planungen für den Präventionstag wurden daher auch Angebote berücksichtigt, die sich indirekt gegen Sucht und Gewalt richten. So gab es beispielsweise auch einen Schnupperkurs in Selbstverteidigung, der Jugendlichen helfen soll, selbstbewusst aufzutreten, sich notfalls schützen zu können, aber auch eigene Aggressionen zu beherrschen und sie eventuell im Training auf sportliche Weise herauszulassen.

Präventionsarbeit gelingt nur, wenn „alle an einem Strang ziehen“. Dass dies an diesem Tag verwirklicht wurde, zeigt die Tatsache, dass neben dem Gewaltpräventions- und Selbstverteidigungstrainer Joachim Kollmar vom örtlichen Judoverein auch weitere Institutionen des Landkreises und der näheren Umgebung eingebunden waren.

Die Siebtklässler hatten also die Möglichkeit, aus einem vielfältigen Angebot an Workshops, in denen sie sich intensiv mit bestimmten Thematiken beschäftigen konnten, auszuwählen.

So bot Frau Ariane Kurzhals vom Gesundheitsamt einen Workshop mit dem Thema „Bodykult: Schönheitsideal, Aussehen, Frau sein“ an. Daneben informierte der Kriminalpolizist Herr Hachenberg vom Polizeipräsidium Heilbronn über legale und illegale Suchtmittel.

Dass Partys auch ohne Alkohol Spaß machen und darüber hinaus auch ein Fest für den Geschmackssinn sein können, bewiesen Frau Weiß und Frau Müller von der AOK, die mit den Jugendlichen „coole Drinks ohne Promille“ mixten und gesunde Party – Snacks zubereiteten.

Des Weiteren zeigte Cornelia Frank von der Suchtberatungsstelle Öhringen den Schülerinnen und Schülern im Rahmen eines Workshops Alternativen zu Drogen auf.

Neben den illegalen, wurden aber auch die gesellschaftlich akzeptierten und daher oft verharmlosten, legalen Rauschmittel, wie z.B. der Alkohol, thematisiert.

So informierte der kommunale Suchtbeauftragte und Beauftragte für Suchtprophylaxe des Landratsamts, Joachim Gallinat, auf jugendgerechte und unterhaltsame Weise mit der sogenannten „Alkoholkiste A – Z“ über Alkoholabhängigkeit und Sucht im Allgemeinen.

In einem weiteren Modul zum Thema Alkohol wurde das unter Jugendlichen verbreitete „Komasaufen“ thematisiert.

Aber auch die „modernen“ Süchte waren Gegenstand dieses Tages.  In einem Workshop zum Thema „Onlinespiele“ sensibilisierte die Jugendreferentin der Gemeinde Bretzfeld, Julia Krämer, die Teilnehmer für den Umgang mit dieser neuen Problematik.

Der Präventionstag war in den Augen aller Beteiligten ein voller Erfolg und wird aller Voraussicht nach ein fester Bestandteil der Präventionsarbeit am Bildungszentrum Bretzfeld werden.

Großer Dank gilt in diesem Zusammenhang vor allem Frau Feucht und Frau Matter, die diesen Tag durch intensive Planungsarbeit und organisatorisches Geschick ermöglicht haben sowie  allen beteiligten Referenten. (Sd)

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